WordPress oder eigene Lösung: was passt zu deinem Verein?
Eric Lenk
Wenn ein Verein über eine neue Website nachdenkt, fällt meist zuerst das Wort WordPress. Das hat gute Gründe. Ich baue trotzdem meistens eigene Lösungen und will hier erklären, wann das sinnvoll ist und wann eben nicht.
Was für WordPress spricht
WordPress ist das meistgenutzte System für Websites. Daraus ergeben sich echte Vorteile:
- Es gibt tausende fertige Designs und Erweiterungen (Plugins) für fast jeden Zweck.
- Viele Menschen kennen sich damit aus. Fällt euer Webmaster weg, findet ihr leichter Ersatz.
- Für einfache Seiten ist der Einstieg günstig.
Wenn bei euch jemand mit WordPress umgehen kann und regelmäßig Updates einspielt, gibt es wenig Grund zu wechseln.
Wo es in der Praxis hakt
Die Probleme zeigen sich meist erst nach zwei, drei Jahren:
Updates. WordPress selbst, das Design und jedes Plugin bekommen eigene Updates. Bleiben sie liegen, entstehen Sicherheitslücken. Spielt man sie ein, passt manchmal ein Plugin nicht mehr zum Rest.
Die Oberfläche. Wer nur einen Termin eintragen will, landet in einem Menü mit Dutzenden Punkten. Dann traut sich oft niemand mehr ran, und die Seite veraltet.
Abhängigkeit von einer Person. Oft hat ein Mitglied die Seite vor Jahren eingerichtet. Zieht es weg oder hat keine Zeit mehr, weiß niemand, welches Plugin wofür da ist.
Ein Beispiel aus Stralsund
Genau so sah es beim Zirkuswagenprojekt e.V. aus. Der Verein hatte eine WordPress-Seite mit alten Plugins, die regelmäßig gepflegt werden mussten. Das Backend war für die Ehrenamtlichen kompliziert, auf dem Smartphone sah die Seite schlecht aus, und sie lud langsam.
Die neue Seite habe ich als eigene Lösung gebaut. Der Redaktionsbereich kann genau das, was der Verein braucht: Neuigkeiten und Termine einstellen, Fotos hochladen, das Team vorstellen. Mehr nicht. Die alte WordPress-Installation ist abgelöst, und der Verein pflegt seine Inhalte selbst.
Was gegen eine eigene Lösung spricht
Das gehört zur Ehrlichkeit dazu:
- Ihr seid zunächst an den Entwickler gebunden, der sie gebaut hat. Ich dokumentiere den Code deshalb so, dass ein anderer Entwickler ihn übernehmen kann, und setze auf verbreitete Technik (ASP.NET Core).
- Funktionen von der Stange gibt es nicht. Ein Online-Shop oder ein Buchungskalender muss eigens gebaut werden.
- Am Anfang ist eine eigene Lösung teurer als ein WordPress-Theme für ein paar Euro.
Eine einfache Entscheidungshilfe
WordPress passt, wenn
- jemand bei euch es kennt und Updates zuverlässig macht,
- ihr viele fertige Funktionen braucht, etwa einen Shop,
- das Budget sehr klein ist und die Seite eher selten geändert wird.
Eine eigene Lösung passt, wenn
- die Pflege an Leuten hängt, die keine Technik mögen,
- ihr wenig, aber genau das Richtige braucht,
- ihr keine Lust mehr auf Plugin-Updates habt.
Ein Baukasten (Jimdo, Wix und Co.) passt, wenn
- ihr gerade erst anfangt und vor allem gefunden werden wollt.
Unsicher?
Im kostenlosen Erstgespräch schaue ich mir eure jetzige Seite an und sage ehrlich, ob sich ein Wechsel lohnt. Wenn eure WordPress-Seite gut läuft, sage ich das auch. Was ein Umstieg kosten würde, siehst du im Preisrechner oder im Beitrag Was kostet eine Website für einen Verein?.
Eric Lenk
Web-Entwickler mit Fokus auf ASP.NET, moderne Frontends und KI-Integration. Immer auf der Suche nach dem nächsten Projekt.